Barbara Berendt
Praxis für Psychotherapie
Traumaverarbeitung · Klinische Hypnosetherapie

Methode der befreiten Kraft

Von frühen Prägungen zu innerer Freiheit

Meine Methode der befreiten Kraft verbindet klinische Hypnosetherapie mit gezielten, von mir entwickelten Interventionen in Trance. Sie ermöglicht einen Zugang zu tief verwurzelten emotionalen Konflikten, belastenden Beziehungserfahrungen und unausgesprochenen familiären Dynamiken. Ziel ist es, die inneren Zusammenhänge hinter heutigen Beschwerden verständlich und emotional erfahrbar zu machen und einen Weg aus Ohnmacht, Angst und innerer Unsicherheit hin zu Selbstvertrauen, Stärke und Selbstbestimmung zu eröffnen.

1. Erkennen, was die eigene Entwicklung geprägt hat

In Trance werden frühere Beziehungserfahrungen und belastende Konfliktsituationen szenisch erlebbar. Dabei kann sichtbar werden, was ein Kind in der Begegnung mit seinen Eltern, Geschwistern, Lehrern oder anderen wichtigen Bezugspersonen erfahren hat und welche emotionalen Folgen daraus entstanden sind.

Kinder werden nicht nur durch das geprägt, was ihnen unmittelbar gesagt oder angetan wird. Sie erleben auch, wie Eltern miteinander umgehen, Konflikte austragen, Gefühle ausdrücken und auf die Bedürfnisse anderer reagieren. Ebenso nehmen sie die unausgesprochene seelische Belastung ihrer Bezugspersonen wahr. Ängste, Überforderung, innere Spannungen oder ungelöste Konflikte können sich auf ein Kind auswirken, ohne dass jemals darüber gesprochen wird.

In der Trance können solche Zusammenhänge eine neue Bedeutung erhalten. Der Klient erkennt, warum er sich möglicherweise schon früh schuldig, unerwünscht, überfordert, klein oder hilflos gefühlt hat. Was lange unverständlich blieb, kann sich zu einem nachvollziehbaren inneren Zusammenhang fügen: Jetzt verstehe ich besser, warum ich mich so fühle und weshalb ich heute in bestimmten Situationen so reagiere.

2. Endlich verstanden und geschützt werden

Ein zentrales Element meiner Methode ist die im inneren Erleben auftretende Familienhelferin, die auch als Seelenanwältin verstanden werden kann. Sie nimmt die Not des Kindes wahr, erkennt seine Bedürfnisse und setzt sich für seinen Schutz ein.

In der szenisch erlebten Begegnung benennt sie verletzendes Verhalten, macht auf dessen emotionale Folgen aufmerksam und setzt der Überforderung, Abwertung oder Grenzüberschreitung eine klare Haltung entgegen. Sie spricht aus, was das Kind selbst noch nicht ausdrücken konnte, und gibt seinen Gefühlen Raum.

Dabei entsteht eine neue Erfahrung: Endlich sieht mich jemand. Endlich versteht jemand meine Not. Endlich setzt sich jemand für mich ein.

Das Kind erlebt Verständnis, Unterstützung und Trost, wo zuvor möglicherweise Einsamkeit, Angst oder Hilflosigkeit vorherrschten. Der Klient kann unmittelbar erfahren, wie sich diese veränderte Beziehungssituation auf sein inneres Erleben auswirkt.

3. Beziehungsmuster verstehen und neue Möglichkeiten entdecken

Im weiteren Verlauf wird die Reaktion der Bezugsperson auf die Intervention der Familienhelferin zum Bestandteil des szenischen Geschehens. Zeigt sie Verständnis und Bereitschaft zur Veränderung? Rechtfertigt sie ihr Verhalten, weist sie die Kritik zurück oder reagiert sie mit Widerstand?

Diese unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten können verdeutlichen, wie Menschen mit Schuld, Kritik, eigenen Verletzungen und der Not anderer umgehen. Zugleich wird verständlicher, weshalb bestimmte Beziehungserfahrungen für ein Kind so belastend waren und welche Muster sich daraus entwickelt haben könnten.

Wenn im inneren Erleben Einsicht, Bedauern oder eine Veränderung der Bezugsperson möglich werden, kann der Klient auch diese Erfahrung machen. Wenn die Bezugsperson dagegen uneinsichtig bleibt, richtet sich die therapeutische Arbeit auf einen anderen entscheidenden Schritt: Das Kind muss nicht länger darauf angewiesen sein, dass der andere seine Not anerkennt oder sich verändert, um selbst eine neue innere Haltung entwickeln zu können.

Die Veränderung beginnt dann beim Klienten selbst. Er kann lernen, sich innerlich abzugrenzen, die Grenzen anderer zu erkennen und die eigene Entwicklung nicht länger von der erhofften Anerkennung durch eine Bezugsperson abhängig zu machen.

4. Schuld und Ohnmacht hinter sich lassen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit den Gefühlen, die aus belastenden Beziehungserfahrungen hervorgegangen sind. Viele Menschen haben früh gelernt, die Verantwortung für Konflikte und Schwierigkeiten bei sich selbst zu suchen. Sie fühlen sich schuldig, unzulänglich oder verantwortlich für das Verhalten anderer.

In der Trance kann eine neue Sichtweise entstehen: Ich war als Kind nicht für alles verantwortlich, was zwischen mir und meinen Bezugspersonen geschah. Ich musste nicht die Probleme der Erwachsenen lösen. Ich darf unterscheiden, was zu mir gehört und wofür andere selbst verantwortlich sind.

Die Seelenanwältin unterstützt diesen Prozess, indem sie dem Kind hilft, unangemessene Schuldzuweisungen zurückzuweisen und die Verantwortung dort zu belassen, wo sie hingehört.

Auch die Wut erhält dabei eine neue Bedeutung. Sie wird nicht als etwas betrachtet, das unterdrückt oder unkontrolliert ausgelebt werden muss, sondern kann als Signal verletzter Grenzen und als Quelle von Abgrenzungs- und Handlungskraft verstanden werden.

In einer von mir entwickelten Intervention kann der Klient beispielsweise erleben, wie er mit einem Schwert das Gestrüpp aus Angst, Ohnmacht und inneren Begrenzungen von seinem Lebensweg entfernt. Die energische Handlung wandelt in dem Moment das alte Gefühl der Ohnmacht in ein Erleben von Kraft und Stärke, einer unmittelbaren Erfahrung sich nicht mehr als ausgeliefert zu fühlen, sondern kraftvoll und mächtig, um für sich einzustehen, abzugrenzen und den eigenen Weg zu gestalten.

5. Die eigene Kraft unmittelbar erfahren

Der entscheidende Schritt besteht in der gefühlten Erfahrung. Die Arbeit in Trance geht über das Verstehen hinaus. Der Klient erlebt in Trance neue emotionale Möglichkeiten. Wer sich im Alltag ängstlich, unsicher oder klein fühlt, kann erfahren, wie es sich anfühlt, innerlich sicherer, selbstbewusster und handlungsfähiger zu sein.

Aus dem Gefühl, ausgeliefert zu sein, kann die Erfahrung entstehen: Ich kann etwas tun. Ich darf Grenzen setzen. Ich darf meine Bedürfnisse vertreten. Ich kann meinen eigenen Weg gehen.

Die Familienhelferin vermittelt dabei nicht nur Schutz und Zuversicht. Sie unterstützt den Klienten auch darin, eigene Fähigkeiten zu entdecken und sich zunehmend auf die eigene Kraft zu verlassen. Die neue innere Erfahrung kann anschließend mit konkreten Situationen des gegenwärtigen Lebens verbunden werden – etwa mit Konflikten, Entscheidungen, schulischen oder beruflichen Anforderungen und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Von der Ohnmacht zur befreiten Kraft

Die Methode der befreiten Kraft folgt einem zentralen Gedanken: Wenn die emotionalen Zusammenhänge früherer Erfahrungen verständlicher werden und neue Möglichkeiten des Erlebens entstehen, kann sich auch der Blick auf die eigene Person verändern.

Es geht darum, nicht länger ausschließlich aus alten Ängsten, Schuldgefühlen oder erlernten Beziehungsmustern heraus zu reagieren, sondern schrittweise mehr innere Freiheit zu gewinnen.

Von der Ohnmacht zur Selbstwirksamkeit. Von der inneren Abhängigkeit zu mehr Autonomie. Vom Gefühl, ausgeliefert zu sein, zur Erfahrung, das eigene Leben mitgestalten zu können.

Die eigene Kraft wird dabei nicht von außen gegeben. Sie soll wieder zugänglich und im eigenen Erleben erfahrbar werden. Das Ziel ist, sich selbst besser zu verstehen, den eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben und mit größerem Selbstvertrauen den eigenen Weg zu gehen.